Presserückblicke


2019

Torgau blüht auf... März ´19

Vorboten auf die Landesgartenschau 2022.


2017

Ausgabe der Zeitschrift "Gartenpraxis" 2017

"Blühende Landschaften"

Schönebecker Volksstimme 2017

Die Presse zu Besuch.


2016

Dezember...

unsere Schneeglöckchen sind gefragt.


Mai...

Thomas Linssner zu Besuch...

März...

Ab geht die Post!

Mit der "Päonien Gießler Postkarten" Freunde einladen zum "Pfingstrosen Schaugarten" 2016


2015

Juni...

Vorbereitung auf die 1050 Jahre Groß Rosenburg Feier...

Rosenburg (tli) l Höhepunkt der 1050-Jahrfeier war Sonnabendmittag der große Festumzug durch das Doppeldorf Klein- und Groß Rosenburg. Rund 560 Mitwirkende wurden gezählt. Der Burg- und Heimatverein streute tausende Rosenblätter auf Publikum und Straßen, was dem Ortsnamen alle Ehre machte. Chronologisch geordnet hatte der Festumzug einen beeindruckenden geschichtlichen Anspruch. Der reichte von Kaiser Otto I., über Burgherren und Blaublütige, Pestkranke, Siedler und Händler bis in die Neuzeit. 

Text: Thomas Linßner

Es ist wieder so weit!

Pfingstrosengartenschau 2015, die Plakate und das große Werbeschild auf dem alten Anhänger signalisiert die herannahende Pfingstrosenblüte.

 


2013

Juni...

Zeitschrift Gartenpraxis berichtet...

 

 

Der Pfingstrosen-Zauberer

 

Text: Irmtraud Rieck

 

Päonienexpertin und -züchterin, Fachautorin

 

Seit zwei Jahrzenten sammelt, sichtet und vermehrt Wolfgang Gießler zusammen mit seiner Familie Päonien. Inzwischen kann die in Sachsen-Anhalt gelegene Gärtnerei eine Reihe von eigenen Züchtungs- und Kulturerfolgen vorweisen. Manche Auslese und Vermehrungsmethode mutet fas schon sensationell an.

 

Am Zusammenfluss von Saale und Elbe liegt Groß-Rosenburg. Nach der Wende 1989 wurde Wolfgang Gießler, ein gelernter Baumschuler und studierter Gartenbauingenieur, der Hof seiner Familie zurück übertragen. Neben dem Wiederaufbau der eigenen Landwirtschaft begann er gezielt Pfingstrosen zu sammeln. Dies geschah durch Kauf, vor allem aber durch intensiven Austausch mit anderen Pfingstrosenfreunden. Die Kontakte innerhalb Deutschlands und der Schweiz genügten Wolfgang Gießler bald nicht mehr. Inzwischen verkehrt er mit französischen Partnern und vermehrt in Lizenz die intersektionellen Züchtungen des Amerikaners Don Smith.

 

Wie bei den Kartoffeln

 

Pfingstrosen können auf unterschiedliche Weise vermehrt werden (siehe Gp Nr. 8/1995). Doch Wolfgang Gießler wendet keine dieser traditionellen Methoden an. Bei ihm hat man den Eindruck, dass er immer auf der Suche nach Verbessrungsmöglichkeiten ist, dass er überkommene Verfahren hinterfragt. Er verwendet als Unterlage zur Veredlung die Wildart P. delavayi, eine Strauch-Päonie. Diese pflanzt er - ähnlich wie Kartoffeln - auf Hügeln an, legt die Seitenwurzeln frei und veredelt auf diese Pfingstrosen-Augen mittels T-Schnitt in die Wurzelrinde (ähnlich, wie man Rosen durch Okulieren veredelt). Sobald das Auge durchtreibt, trennt er die Wurzel von der Mutterpflanz ab und schult die neu erhaltene Pflanze auf. Diese Methode hat sich Wolfgang Gießler patentieren lassen. Es besteht allerdings wenig Gefahr, dass er viele Nachahmer finden wird: Für diese Art der Vermehrung ist außerordentlich viel Erfahrung notwendig.

 

Das Besondere ist, dass Wolfgang Gießler nicht nur Strauch-Päonien auf P. delavayi veredelt, sondern auch Augen staudig wachsender Arten und Auslesen. So kann er - sofern er genug Augen hat - selbst größere Mengen an Strauch- oder Stauden-Päonien produzieren. Auch die neuen Kreuzungen zwischen den Strauch- und Stauden-Päonien, die sogenannten Intersektionellen, vermehrt er so. Die auf diese Weise seit etwa einem Jahrzehnt veredelten Pfingstrosen fallen durch ungewöhnlich kräftiges Wachstum auf - Gießler selbst spricht vom "Saftdruck" der Delavayi-Wurzel. Die in Rosenburg angezogenen Pflanzen wachsen auf Schwemmlandboden (Bodenwertzahl 50), der durch den Zusammenfluss von Elbe und Saale entstanden beziehungsweise geprägt ist. Obwohl hier nur 500mm Niederschlag pro Jahr zu messen sind und es sich um eine der windigsten Ecken Sachsen-Anhalts handelt, gießt Gießler seine Pfingstrosen nicht. Er meint, dass Päonien weniger anfällig für Pilze sind, wenn sie trocken stehen. Auch könne man "Päonien eher zu Tode Gießen, als durch Trockenheit verlieren".

 

In den vergangenen Jahren bezogen wir mehrfach Päonien von Gießler, immer handelte es sich um besonders kräftige, sortenecht gelieferte Pflanzen. Da uns diese Qualität imponierte, gaben wir 2011 auch einen Ableger der von uns gezüchteten P. lactiflora 'Obsidian' an Wolfgang Gießler weiter, die bei uns extrem langsam wächst. Nur ein Jahr später führte er uns spitzbübisch lächelnd an einer Reihe 'Obsidian' vorbei. Uns blieb buchstäblich der Mund offen: Da standen zehn Pflanzen in Reih und Glied, alle Stiele blühend.

 

Auch für die neueste Methode der Päonienvermehrung interessiert sich Wolfgang Gießler: die Meristemkultur, im Englischen Tissue Culture (=TC) genannt. Hierbei wird Pflanzengewebe im Labor auf Nährböden herangezogen - bei vielen Pflanzen heutzutage eine gängige Methode. Bei Päonien ist dieses Verfahren ebenfalls möglich, jedoch äußerst kompliziert. Um Erfahrungen zu machen, wie sich solche Päonien auf lange Sicht entwickeln, hat sich Wolfgang Gießler einen Bestand der Pflanzenzwerglein zugelegt und aufgeschult. Die Zukunft wird zeigen, ob TC-Päonien wirklich eine Alternative sind.

 

Erfolge mit einem Problemkind

 

Bei unserem ersten Telefongespräch Mitte der 1990er Jahre erzählte Wolfgang Gießler, dass er etwa eintausend P. tenuifolia 'Plena' im Garten stehen habe, was bei uns Staunen hervorrief. Einige Jahre später berichtete er, dass die Blüte einer seiner Tenuifolia-Sämlinge ein viel dunkleres Rot als die anderen aufweisen würde. Inzwischen hat er die Pflanze vermehrt und nennt sie 'Little Odin'. Sie hält ihre Blüten hübsch zur Seite.

 

Vor vier Jahren erwähnte Wolfgang Gießler dann, dass er eine weißblühende P. tenuifolia in seinen Sämlingen gefunden habe. Ungläubig nahm ich dies zur Kenntnis und argumentierte, jede rosa Form von P. tenuifolia verblasse während der Blüte ins Weißlichen. Bereits seit Jahrzehnten seien Päonienliebhaber aus aller Welt auf der Suche nach einer weißen Tenuifolia, und die Mär ginge herum, dass es eine solche gebe, aber sie noch niemand mit eigenen Augen gesehen habe. Ob Wolfgang Gießler nicht eine Hybride gefunden hatte? Als Gießler dann berichtete, die weiße Tenuifolia blühe gerade, fuhren wir kurz entschlossen nach Sachsen-Anhalt, um dieses Wunder mit eigenen Augen zu sehen.

 

Und tatsächlich, die Tenuifolia ist wirklich reinweiß und zeigt im Laub keine Anzeichen einer Hybridisierung. Leider gibt es noch keine Ableger davon, weil die Pflanze kaum Augen ausbildet. Gießler hat die weiße Tenuifolia nun bei der amerikanischen Päoniengesellschaft, der international zuständigen Stelle für Päonienregistrierungen, unter dem Namen 'Weisse Perle' abgemeldet. Neben der Farbe verweist die Bezeichnung auf die nahezu kugelförmigen und leicht glänzenden Blüten.

 

Sensation zwischen Delavayi-Sämlingen

 

Bei unserem Besuch fiel uns noch eine andere außergewöhnliche Pflanze auf. Gießler fand sie zufällig in einer Sämlingsreihe von Delavayi-Absaaten, weil sie besonderes Laub besaßen. Es stellte sich heraus, dass es eine intersektionelle Hybride ist, eine Kreuzung zwischen einer Strauch- und einer Stauden-Pfingstrose. An solch einer Hybride hat der Japaner Toichi Itoh jahrelang experimentiert und verstarb, ehe sich der Erfolg seiner Arbeit einstellte. Der Amerikaner Roger Anderson war der erste, dem es gelang, gezielt auch andere Farben als Gelb in die Intersektionellen einzukreuzen. In den vergangenen Jahren machte sein Landsmann Dr. Don Smith mit weiteren bemerkenswerten Intersektionellen auf sich aufmerksam.

 

Um plötzlich findet Wolfgang Gießler ganz einfach einen solchen Sämling in einer Sämlingsreihe? Wie war so etwas möglich? Sicherlich hat dazu beigetragen, dass auf dem Gelände ein riesiges Potenzial an Genen verschiedenster Päonien-Wildarten und Sorten vorhanden ist. Allerdings hatten wir noch nie von einer Intersektionellen gehört, die durch Insektenbestäubung und nicht durch menschliches Zutun entstanden wäre.

 

Unglaubliche Blütenzahl

 

Die Pflanze hat den Charakter einer Staude. Aus wirklich jeder Blattachsel kommt ein Seitentrieb mit einer Blütenknospe. Wir zählten an einem einzigen Stängel 24 Knospen! Es sind gleich zwei Sensationen auf einmal: eine Intersektionelle, die durch natürliche Bestäubung entstanden ist und zudem eine derart große Anzahl an Blüten hervorbringt. Die Blüten sind leuchtend dunkelrot und halbgefüllt. Als Arbeitsnamen gab ihr Wolfgang Gießler in Anlehnung an Barack Obamas Slogan den Namen 'Yes we can'.

 

Wolfgang Gießler ist ein stets Suchender und seine Experimentierlust nicht nur auf Pfingstrosen beschränkt. So nebenher werden gerade Zieräpfel vermehrt, weil er auf der Suche nach einer wohlschmeckenden und dabei hübsch aussehenden Zierapfelsorte ist. Hinzu kommt bei ihm ein ausdauernder Fleiß, der von seiner Familie mitgetragen wird. Er ist ein Paradebeispiel für innovative Menschen aus dem "Land der Frühaufsteher". Mit Spannung sehen wir der Zukunft entgegen, welch interessante und schöne Pfingstrosen im Garten Gießler noch entstehen werden.

 

Gp-Verweis

 

Tetzlaff, Stephan: Erfahrungen mit Intersektionellen Päonienhybriden.

Gp 11/207, S. 8.

Good, Walter: Itoh-Hybriden oder Intersectionals. Gp 1/1996, S. 8.

Rieck, Irmtraud: Pfingstrosen generativ vermehren. Gp 7/1995, S. 19;

Pfingstrosen vegetativ vermehren. Gp 8/1995, S. 45; Variable Paeonia tenuifolia. Gp 5/1994,  S. 8.

 

Bezugsquellen

 

Gießler Päonienkulturen, Fabrikstraße 27, 39240 Groß Rosenburg, Tel. 039294/20768,

www.giessler-paeonien.de

 

Während der Blütezeit Anfang Mai bis Anfang Juni sind Besuche der Gärtnerei nach telefonischer Anmeldung möglich.

 

1 'Yes we can' ist eine extrem reichblütige Intersektionelle Pfingstrose, die durch Insektenbestäubung entstand.

 

2 Durch das markante Laub fiel der Sämling, der später nach dem bekannten Slogan Obamas benannt wurde, frühzeitig auf.

 

3 Wolfgang Gießler.

 

4 Ein Bild, das uns staunen ließ: Paeonia tenuifolia 'Plena' gilt landläufig als schwierig zu vermehren.

Dies Feld vermittelte dagegen einen ganz anderen Eindruck.